Kurzfassung

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Kurzer Abriß der Geschichte des Vereins

1894 gegründet, wie fast alle Sportvereine damals als Antwort auf die beginnende Sportbewegung, begann der Verein mit dem Vorsatz, nicht eine Vereinigung von Bootsbesitzern sein zu wollen sondern der Gemeinschaft einen "Bootspark" zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung halten zu wollen.

Die Idee war gut. Sie gilt noch heute.

Gegen Ende des 1. Weltkriegs hatten 100 Kameraden unter Waffen gestanden, viele kamen nicht heim, der Ruderbetrieb war fast völlig zum Erliegen gekommen.

Aber weitsichtig hatte man ein Grundstück auf dem Gelände des Regattavereins in Grünau gepachtet und eine erste Jugendabteilung gegründet. Der Verein trat bald dem Deutschen Ruderverband bei, die Mitgliederzahl wuchs und mit ihr die Jugendgruppe; sie nahm mit hervorragenden Ergebnissen an Regatten teil.

Um so schwerer trafen den Verein die Ereignisse der Jahre 1933 bis 1939.

Die Clubgemeinschaft, die zu einem wesentlichen Teil aus Mitgliedern jüdischen Glaubens bestand, wurde der schlimmsten Prüfung unterworfen: Sie wurde gezwungen, aus allen Verbänden auszutreten, konnte an keinen Wettbewerben mehr teilnehmen; aber trotz großen Drucks lehnten die christlichen Mitglieder ab, sich von ihren jüdischen Kameraden zu trennen. Stattdessen beschlossen sie, ihrerseits den Verein zu verlassen, um den jüdischen Mitgliedern den wenn auch stark eingeschränkten- Ruderbetrieb zu erhalten. Trotzdem wurde der Verein wenig später zwangsweise liquidiert, das Bootshaus enteignet. Unter den Widrigkeiten hatte sich ein außerordentliches Freundschaftsbewußtsein entwickelt.

Als der Verein im zerstörten Berlin zu neuem Leben erweckt wurde, traten auch die auswärtigen Kameraden aus alter Verbundenheit wieder mit ein, um den Verein zu unterstützen ohne ihn je wieder nutzen zu können!